Mit Herz und Hilfe für Obdachlose

Der Verein NEUSS HILFT und die Caritas haben eine regelmäßige medizinische Hilfe für Wohnungslose in Neuss und Umgebung geschaffen. Seit Jahresbeginn ist im Café Ausblick an der Breite Straße 105 innenstadtnah ein Praxisraum für Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten eingerichtet. Jeden Mittwoch von 14.30 bis 15.30 Uhr können Betroffene den Dienst kostenlos in Anspruch nehmen. Im Obergeschoss der Wohnungslosenhilfe ist ein Praxisraum eingerichtet, in der unter Koordination von Petra Lennertz die Fachärzte Ursula P. Schmitz und Robert Bellin sowie engagierte Helferinnen Menschen mit Verletzungen oder und medizinischen Beschwerden versorgen.
Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig, die Hilfe erfolgt unbürokratisch. Der Dienst ist ehrenamtlich und schließt eine Versorgungslücke, die sich vor ca. zwei Jahren mit dem Ausscheiden eines vergleichbaren Angebotes durch den Neusser Mediziner Dr. Dirk Stenmanns aufgetan hatte. Dank der Initiative von Petra Lennertz (NEUSS HILFT) und Robert Bellin konnte ein solches medizinisches Betreuungsangebot für wohnungslose Menschen wieder geschaffen werden. „Grundlage hierfür sind über ein Jahr praktische Erfahrungen, die wir einbringen. Und das Café Ausblick ist für viele ein geschützter Raum des Vertrauens. Hier können wir mit unserem Team zugleich effektiv und effizient helfen“, sagt Petra Lennertz, 2. Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins. Die Initiative trägt die Überschrift „Herz und Hilfe“.
Mit der Caritas hat NEUSS HILFT einen verlässlichen Partner an der Seite, der in der Wohnungslosenhilfe erfahren ist und weiß, mit welchen Problemstellungen die betroffenen Menschen eine etablierte Einrichtung wie das Café Ausblick besuchen. „Natürlich muss sich das neue Angebot erst herumsprechen in der Szene, das wird etwas Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Dirk Jünger, Leiter CaritasSozialdienste. Die Kooperation mit NEUSS HILFT sei für die Umsetzung von medizinischer Hilfe für Wohnungslose sehr willkommen gewesen, zumal auch seitens der Stadt Neuss Unterstützung geleistet wurde und alle an einem Strang gezogen haben. Mit der nunmehr gefundenen Lösung könne eine kontinuierliche und wöchentliche ambulante Versorgung im Café Ausblick erfolgen.
„Die Bedarfe sind auf jeden Fall da, das wissen wir aus unserer täglichen Arbeit“, sagt Klaus Heidemann, Hausherr im Café Ausblick und einer der Caritas-Fachbereichsleiter Wohnungslosen-/Gefährdetenhilfe. Die soziale Einrichtung des Wohlfahrtsverbandes an der Ecke Breite Straße/Drususallee biete einen geschützten Rückzugsort und Betroffenen Raum für Aufwärmen, Ausruhen, soziale Kontakte und auch Beratung. Vertrauen ist also gegeben und die Hemmschwelle für das Aufsuchen des medizinischen Angebots niedrig.
Das ehrenamtliche medizinische Team, das sich jetzt zusammengefunden hat, verfügt in allen Belangen über die Expertise, die Wohnungslosen in ihrer Not abzuholen und professionell zu versorgen. Uta Wehrmann beispielsweise ist examinierte Krankenschwester und Pflegetherapeutin „Wunde“. Das Caritas-Personal im Café Ausblick verfügt im Bedarfsfall über weitere Kontakte, beispielsweise zu Apotheken, Behörden und Fachstellen.
„Bei Bedarf nutzen wir unsere inzwischen etablierten Kontakte zu den Krankenhäusern. Die Zusammenarbeit beispielsweise mit dem Rheinland Klinikum und dem Johanna Etienne Krankenhaus funktioniert sehr gut“, sagt Robert Bellin.
„Auch bei diesem Angebot ist klar: Um gezielt helfen und die Situation für die Betroffenen verbessern zu können, braucht es ein übergreifendes Netzwerk von engagierten Menschen. Das ist ohnehin der Grundsatz unseres Vereins: Offenheit, Zusammenführung von Kompetenzen und partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ , sagt Petra Lennertz.
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