Auf Wiedersehen, Dirk Jünger

Mit Dirk Jünger ist eine wichtige Führungskraft in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet worden. „Sie sind ein Cari-Täter im positiven Wortsinn und hinterlassen Bleibendes“, sagte Hermann Josef Thiel, Vorstandsvorsitzender der Caritas Rhein-Kreis Neuss, im Zuge einer Feierstunde im Neusser Pfarrzentrum Hl. Dreikönige. Rund 100 Weggefährten, Mitarbeitende und Ehemalige zollten Dirk Jünger Respekt für sein berufliches Lebenswerk im Dienste der Caritas. Der gebürtige Recklinghäuser startete nach dem Studium der Sozialarbeit und einer Station in der Verwaltung beim Landschaftsverband Rheinland im Jahr 1996 als Drogenberater bei der Caritas Bonn, bevor er 1998 zur Caritas Neuss bzw. später Rhein-Kreis Neuss wechselte und dort seit September 2011 als Prokurist Leiter der Caritas Sozialdienste war.
Hierzu gehören die Fachbereiche Arbeit und Beschäftigung, Integration und Migration, Suchtkrankenhilfe, Familie und Jugend, Schwangerschaftsberatungsstelle esperanza, Wohnungslosen- und Gefährdetenhilfe, Schuldner- und Insolvenzberatung sowie drei Erziehungs- und Familienberatungsstellen.
„Ihre Arbeitsweise war beharrlich, intensiv, immer an der Sache orientiert und fair“, sagte Hermann Josef Thiel. Wie bescheiden Dirk Jünger ist, zeige allein sein Wunsch, das Jubiläum „30 Jahre Caritas“ mit Goldener Ehrennadel des deutschen Caritasverbandes diskret zu behandeln. Der Vorstandsvorsitzende lobte auch den nahtlosen Übergangsprozess an der Spitze der Caritas Sozialdienste mit den Nachfolgern Marie Peeters und Benjamin Lampa. Auch hier habe Jünger bewiesen, dass es ihm immer um das Beste für die Hilfesuchenden und die Dienste gegangen ist.
Im Zuge der Feierstunde bedankte sich Gregor Küpper, Dezernent des Rhein-Kreises Neuss, für die gute Zusammenarbeit: „Sie haben die soziale Infrastruktur im Rhein-Kreis Neuss über Jahrzehnte wesentlich mitgeprägt, wir werden Sie vermissen.“ Als Best-Practice-Beispiele nannte Küpper die kreisweit neu aufgestellte Versorgung der Suchtkrankenhilfe und den Umbau des Bahnhofsplatzes Rommerskirchen, den die Caritas unter Federführung von Dirk Jünger mit dem Bau einer Radstation wesentlich aufgewertet habe. Im Anschluss an seinen Vortrag „Altern: Philosophisch-ethische Reflexionen“ sprach Prof. Dr. Michael Quante vom Lehrstuhl für Praktische Philosophie der Universität Münster Jünger und den anderen Boomern im Auditorium Mut für den neuen Lebensabschnitt zu: „Wir sind eine wertvolle Ressource und werden weiterhin gebraucht.“
Zuversicht und Gottvertrauen wünschte auch Pfarrer Matthias Schnegg im spirituellen Impuls „Haltung, um zu halten“. Der ehemalige Diözesancaritaspfarrer im Erzbistum Köln sagte per Videobotschaft: „Ihnen, Herr Jünger, wünsche ich, dass Sie in dieser Haltung Ihren Lebensweg weitergehen können und dass die einladende Lebenskraft Gottes nicht aufhört, wenn man bei der Caritas verabschiedet wird!“
Im Schlusswort appellierte Dirk Jünger an die Caritas-Mitarbeitenden, das Wertefundament weiter hochzuhalten. „Es geht um die bejahende Haltung zu den Menschen, eine Ethik des Respektes für Andersartige, Außenseiter und Fremde.“ Wie sehr Dirk Jünger seine Caritas-Arbeit gelebt hat, davon zeugte sein Schlusswort, in dem er Papst Franziskus zitierte: „In einer wirklich entwickelten Gesellschaft ist die Arbeit eine unverzichtbare Dimension des Lebens, weil sie nicht nur eine Art ist, sich das Brot zu verdienen, sondern auch ein Weg zum persönlichen Wachstum, um gesunde Beziehungen aufzubauen, um sich selbst auszudrücken, um Glauben zu teilen, um sich mitverantwortlich für die Vervollkommnung der Welt zu fühlen.“