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Demenz-Wohngemeinschaft in Neuss: Selbstbestimmt leben mit Demenz – die WG Am Römerpark

Älteres Ehepaar hält sich liebevoll im Arm in der Demenz-WG der Caritas Neuss in Neuss
Datum:
4. Aug. 2026
Von:
Caritas Rhein-Kreis Neuss

Die Diagnose Demenz verändert alles, für die Betroffenen und für ihre Familien. Das gewohnte Leben im eigenen Zuhause im Rhein-Kreis Neuss wird immer schwieriger, die Versorgung rund um die Uhr einmal unmöglich. Und ein klassisches Pflegeheim fühlt sich für viele Menschen nicht nach dem richtigen Weg an.

Was wäre, wenn es einen Mittelweg gäbe? Eine Wohnform, die echte Gemeinschaft und professionelle Pflege verbindet, aber dennoch das Gefühl von Zuhause bewahrt?

Genau das bietet die Demenz-Wohngemeinschaft Am Römerpark in Neuss-Furth – betreut von den Caritas Seniorendiensten Rhein-Kreis Neuss. Für Menschen mit Demenz, die selbstbestimmt und in familiärer Atmosphäre leben möchten. Und für Angehörige, die Gewissheit benötigen, dass ihr Mensch in guten Händen ist.

Was ist eine ambulant betreute Demenz-Wohngemeinschaft?

Eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz ist keine Einrichtung im klassischen Sinne. Sie ist ein gemeinsames Zuhause. Mehrere Menschen mit Demenzerkrankung (10 Einzelzimmer) leben zusammen in einer Wohnung (450 qm), teilen Küche, Wohnraum und Garten, und werden gemeinsam von einem Pflegedienst betreut.

Der entscheidende Unterschied zum Pflegeheim: Die Wohngemeinschaft ist selbstverwaltet. Die Bewohnerinnen, vertreten durch ihre Angehörigen, bilden eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) und sind damit Mitgestalter_innen ihres eigenen Lebensraums. Sie entscheiden gemeinsam über Neuaufnahmen, Anschaffungen und das alltägliche Leben in der WG.

Diese Wohnform gewinnt bundesweit und besonders im Rhein-Kreis Neuss an Bedeutung. Für viele Familien ist sie die Antwort auf eine Frage, die sich eines Tages stellt: Wie können wir dafür sorgen, dass unser Angehöriger im Rhein-Kreis Neuss würdevoll, sicher und trotzdem selbstbestimmt leben kann?

Die Caritas im Rhein-Kreis Neuss hat diese Antwort in Neuss-Furth konkret gemacht.

Die WG Am Römerpark: Ein Zuhause für Menschen mit Demenz in Neuss

In der Fesserstraße in Neuss (Stadtteil Furth) hat die WG Am Römerpark seit Juni 2021 ihren Platz, in einem modernen, barrierefreien Neubau der Gemeinnützigen Wohnungs-Genossenschaft Neuss (GWG Neuss eG).

Zehn Menschen mit Demenz leben hier zusammen. Jede Person hat ihr eigenes, individuell eingerichtetes Zimmer mit eigenem Duschbad. Persönliche Möbel und vertraute Gegenstände dürfen und sollen natürlich mitgebracht werden. Das gibt Sicherheit und schafft Identifikation. Um die Zimmer herum entfaltet sich das Gemeinschaftsleben: ein großer Wohn- und Küchenbereich, eine Terrasse und ein eigener Garten.

Die Gesamtfläche der Wohnung beträgt rund 450 Quadratmeter – Raum für Begegnung, Bewegung und Rückzug.

Was das Leben in der WG Am Römerpark ausmacht

Das Besondere an dieser Wohnform lässt sich nicht in Quadratmetern messen. Es ist das Gefühl, das entsteht, wenn morgens gemeinsam in der WG-Küche frisch gekocht wird. Wenn ein gewohntes Lied gemeinsam gesungen wird. Wenn ein Spaziergang im Garten nicht geplant ist, sondern einfach passiert.

Menschen mit Demenz benötigen Strukturen – und gleichzeitig Raum für das, was ihnen guttut. Die WG Am Römerpark schafft beides. Der Alltag ist verlässlich und überschaubar, die Atmosphäre familiär und warm.

„Wohngemeinschaft ist ein Zuhause.“ Das ist kein Werbeversprechen, sondern das gelebte Leitbild der WG Am Römerpark.

Betreuung durch die Caritas Seniorendienste Rhein-Kreis Neuss: 24 Stunden, 7 Tage die Woche

Die professionelle Pflege und Betreuung in der WG Am Römerpark übernehmen die Caritas Seniorendienste Rhein-Kreis Neuss GmbH. Die Caritas ist im gesamten Rhein-Kreis Neuss eine der erfahrensten Anbieterinnen für Senioren- und Demenzbetreuung – bekannt für Fachkompetenz, Menschlichkeit und Verlässlichkeit.

Was die Caritas täglich leistet

  • Rund-um-die-Uhr-Betreuung: Tagsüber sind in der Regel zwei Mitarbeiter*innen in der WG präsent, nachts sorgt eine Nachtwache für Sicherheit.
  • Frisch gekochte Mahlzeiten: Jeden Tag wird in der WG-Küche frisch für alle gekocht – gemeinsam essen ist mehr als Nahrungsaufnahme, es ist Gemeinschaft.
  • Pflegerische Versorgung nach SGB XI: Alle Leistungen der Pflegeversicherung werden erbracht – abgestimmt auf den individuellen Pflegegrad.
  • Behandlungspflege nach SGB V: Medizinische Leistungen wie Insulininjektionen oder die Verabreichung von Medikamenten nach ärztlicher Verordnung gehören zum Leistungsspektrum.
  • Alltagsbegleitung und Aktivierung: Vorlesen, Basteln, Spielen, Singen – strukturierte und trotzdem niedrigschwellige Angebote, die vorhandene Fähigkeiten stärken.
  • Ausflüge und Spaziergänge: Regelmäßige Bewegung im Freien, organisiert und begleitet.
  • Hauswirtschaft: Reinigung der Zimmer und Gemeinschaftsbereiche sowie Wäschepflege sind selbstverständlich.

Auf Wunsch und nach individuellem Bedarf können zusätzlich Ergotherapeut_innen, Logopäd_innen und Physiotherapeut_innen in die Betreuung eingebunden werden.

Selbstverwaltung und Gemeinschaft: Die Demenz-Wohngemeinschaft als GbR

Ein besonderes Merkmal der WG Am Römerpark ist ihre rechtliche Struktur. Die Bewohner*innen – vertreten durch ihre Bevollmächtigten – haben sich als Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) zusammengeschlossen. Das klingt zunächst formal, hat aber einen sehr menschlichen Kern:

Die Angehörigen gestalten mit. Gemeinsam entscheiden sie, wer neu in die WG einzieht. Sie treffen Beschlüsse über gemeinsame Anschaffungen. Sie übernehmen Aufgaben, die über die reine Pflege hinausgehen, und sind damit aktiver Teil einer Gemeinschaft.

Diese Form der Selbstverantwortung ist kein Mehraufwand, sondern eine Chance. Wer seinen Angehörigen in die WG gibt, gibt ihn nicht ab, er wird Teil eines familiären Gefüges, das alle trägt.

Wichtig zu wissen: Mindestens eine vertretungsberechtigte Person pro Bewohner_in muss Mitglied der GbR sein und sich aktiv einbringen. Das Engagement ist überschaubar, aber es ist gefragt.

Wer kann in die Demenz-WG Am Römerpark einziehen?

Die WG Am Römerpark richtet sich an Menschen, die:

  • an einer Demenzerkrankung leiden (ausgenommen: frontotemporale Demenz/Morbus Pick),
  • mindestens Pflegegrad 2 oder 3 haben,
  • einen Wohnberechtigungsschein der Einkommensgruppe A vorlegen können (bei entsprechendem Pflegegrad auch einkommensunabhängig möglich),
  • die Kosten eigenständig tragen oder für die eine Kostenübernahme durch den Sozialhilfeträger gesichert ist.

Die Wohnung ist haustierlos – dieser Punkt ist bei der Entscheidungsfindung zu berücksichtigen.

Kosten der Demenz-Wohngemeinschaft: Was kommt auf Sie zu?

Transparenz ist hier wichtig. Die monatlichen Kosten in der WG Am Römerpark setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen:

Kostenart Betrag/Monat
Miete inkl. Nebenkosten (anteilig) 420 - 492 EUR
Gemeinkosten (Haushalt, Gemeinschaftsausgaben) ca. 350 EUR
Beistand (Beratung und Verwaltung durch Wohnkonzepte Schneider) 200 EUR
Betreuungs-Pauschale Tag und Nacht ca. 3.500 EUR
Gesamt-Eigenanteil ca. 4.470 - 4.542 EUR/Monat

 

 

 

 

 

Diese Zahlen mögen auf den ersten Blick hoch wirken, doch sie lassen sich durch verschiedene Leistungen der Pflegeversicherung erheblich reduzieren:

Zuschüsse und Leistungen der Pflegekasse

  • Pflegesachleistungen (§ 36 SGB XI): Je nach Pflegegrad werden die individuellen Pflegeleistungen in der Regel vollständig über die Pflegekasse abgerechnet.
  • Wohngruppenzuschlag (§ 38a SGB XI): 224 € monatlich – ein fester Zuschuss speziell für ambulant betreute Wohngruppen.
  • Budget Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen: Bis zu 4.180 € jährlich können für Umzugskosten und Anpassungen genutzt werden, wenn dies die häusliche Pflege erleichtert.
  • Sozialhilfe: Für Menschen, die die Kosten nicht aus eigenem Einkommen und Vermögen tragen können, ist eine Kostenübernahme durch den Sozialhilfeträger (Stadt Neuss) möglich – auf Antrag. Wir beraten Sie hierzu gerne!

Einmalige Kosten beim Einzug:

Kostenart Betrag
Einstiegsgeld an die GbR (für Anschaffungen/Rücklage) 250 EUR
Beistand einmalig (Beratung zum Einzug) 410 EUR
GWG-Eintrittsgeld 80 EUR
10 Genossenschaftsanteile á 155 EUR 1.550 EUR (werden verzinst und zurückgezahlt)

Die Genossenschaftsanteile der GWG Neuss sind kein verlorenes Geld. Sie werden nach dem Ausscheiden aus der WG verzinst zurückgezahlt.

Der Weg in die WG: So läuft der Einzug ab

Niemand muss diesen Schritt alleine gehen. Der Prozess ist klar strukturiert und von erfahrenen Ansprechpartner_innen begleitet:

  1. Erstkontakt – in der Regel über die Wohnkonzepte Schneider gGmbH (Beratungs- und Beistandsstelle)
  2. Weiterleitung bei freiem Platz – die Kontaktdaten werden an die WG weitergegeben
  3. Erstes Treffen in der WG – gemeinsam mit dem/der Angehörigen, um die WG und die anderen Bewohner*innen kennenzulernen
  4. Pflegefachliche Einschätzung durch die Caritas Seniorendienste
  5. Klärung der Finanzierung – Beratung durch Wohnkonzepte Schneider gGmbH
  6. Aufnahmeantrag durch die/den Bevollmächtigte/n
  7. Zustimmung der GbR → Einzug und Beginn eines neuen Kapitels

Jetzt Kontakt aufnehmen – einen Platz in der WG Am Römerpark anfragen

Wenn Sie mehr über die Demenz-Wohngemeinschaft Am Römerpark erfahren möchten, oder wenn gerade ein Platz frei ist und Sie ihn für Ihren Angehörigen anfragen möchten, dann wenden Sie sich direkt an die Caritas Seniorendienste Rhein-Kreis Neuss:

📧 Demenz.WG@caritas-neuss.de

Ihre Ansprechpartnerinnen sind Tanja Milutinovic und Helene Langer. Sie nehmen sich Zeit für Ihr Anliegen – und begleiten Sie von der ersten Frage bis zum Einzug. Gerne können Sie auch bequem über das Kontaktformular unkompliziert und unverbindlich Kontakt aufnehmen, wir melden uns schnellstmöglich bei Ihnen. Wir helfen, wo Hilfe gebraucht wird – im ganzen Rhein-Kreis Neuss!

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