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Ein Haus, das Hilfe wirklich lebt

50 Jahre EFB Dormagen
Datum:
22. Sept. 2026
Von:
Caritas Rhein-Kreis Neuss

Der bewegendste Moment war, als das EFB-Team auf der Bühne stand und der eigens für das Jubiläum komponierte Song „Irgendwann stand da ein Haus, das Hilfe wirklich lebt“ – so hatte es der Hobbymusiker Ralf Baltruszat als poetische Zeile in die Ballade komponiert. Das besungene Haus Frankenstraße 22 steht 20 Meter hinter der Bühne im Schatten der Dormagener Pfarrkirche St. Michael. Dort hat die Erziehungs- und Familienberatung Dormagen + Rommerskirchen ihren Sitz. Die Caritas-Einrichtung hat jetzt mit einem Festakt ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert. 

Viele Gratulanten aus Caritas und Kirche, Partner-Organisationen wie die Jugendämter von Rhein-Kreis Neuss und Stadt Dormagen, Gesellschaft, Politik und Nachbarn bekundeten der Einrichtung mit ihrem Besuch ihre Ehrerbietung. Mit viel Applaus zollten sie Respekt vor der sozialen Aufgabe, den die Beratungsstelle seit nunmehr fünf Jahrzehnten im Dienste der Menschen in Dormagen, Rommerskirchen und Umgebung leistet. 

Die Leiterin Ida Dietrich und ihr Team hatten in den Räumlichkeiten an der Frankenstraße 22 eine Wanderausstellung aufgebaut, die auf reges Interesse stieß. Im plakativen Zeitstrahl ab 1976 war erkennbar, mit welchen Herausforderungen eine Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Familien in schwierigen Lebensphasen konfrontiert ist – von der Reform des Scheidungsrechts 1977 über das Gesetz zur Neuregelung der elterlichen Sorge anno 1980 bis hin zum Gesetz zur Bekämpfung sexualisierter Gewalt gegen Kinder 2021 und der umfassenden Reform des Kindschaftsrechts 2024. 

Ida Dietrich, seit 2023 Leiterin der Beratungsstelle, verwies auf die Eröffnung der spezialisierten Fachberatungsstelle für Betroffene von sexualisierter Gewalt in der EFB Dormagen im Jahr 2024. Im Verlauf ihrer Festansprache wurde deutlich, welch komplexen Themen sich das Beraterinnen-Team aus Psychologinnen, systemischen Familientherapeutinnen und Sozialpädagoginnen stellt. Eine noch längst nicht absehbare Dimension an Herausforderungen entsteht durch vielfältige Einflüsse wie komplexe Familiensysteme, Schulstress und psychische Belastungen sowie die zunehmende Digitalisierung, den Einsatz von KI und die intensive Handynutzung. Eine Problembehandlung sei, so Ida Dietrich, häufig nur noch systemisch im Verbund mit Partnern wie Jugendämtern, Schulen, Polizei, weiteren Beratungsstellen der Caritas und des Erzbistums sowie dem Raphaelshaus Dormagen zu bewältigen. 

Caritas-Vorstandsvorsitzender Hermann Josef Thiel stellte vor diesem Hintergrund die herausragende Leistung des EFB-Teams in einer Zeit im gesellschaftlichen Wandel und einer Welt in Turbulenzen in den Mittelpunkt: „Sie legen die Stärke und Resilienz an den Tag, über Ihre Beratung akute Krisensituationen in den Familien zu befrieden und im christlich-biblischen Sinne wie Jesus Liebe zu schenken.“ 

Dorothea Brilmayer-Riesbeck, Fachbereichsleiterin der Erziehungs- und Familienberatung, stellte die Strukturen des 2024 installierten Caritas-Fachbereichs „Kleeblatt“ mit drei Erziehungsberatungsstellen sowie der Schwangerschaftsberatung esperanza vor. Die EFB Dormagen bildet in diesem stabilen Quartett ein unzerreißbares Kleeblatt. 

Dorothea Brilmayer-Riesbeck und Hermann Josef Thiel bedankten sich ausdrücklich beim Dormagener EFB-Team für ihren Einsatz und wünschten auch weiterhin „alles Gute und Gottes Segen“. Den Segen hatten zum Auftakt der Jubiläumsveranstaltung bereits in der benachbarten Pfarrkirche im Zuge eines Gottesdienstes Kreisdechant Hans Günther Korr, Vorsitzender Caritasrat, und der Dormagener Pfarrer Dr. Heribert Lennartz gespendet.  

Ida Dietrich bedankte sich schließlich nicht nur bei ihrem Team, sondern stellte die Leistung der Pioniere um den ersten Leiter Hans Udo Bergmann heraus. Diese Menschen hätten eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle aufgebaut und stark gemacht. Der Diplom-Psychologe Bergmann hat die Beratungsstelle vom ersten Tag 1. September 1976 bis zum 30. November 2008 geleitet. Die passenden Bilder dazu aus den Anfängen -  noch in Schwarz-Weiß - entdeckten die Besucher_innen später bei der Wanderausstellung.