LAGA: Start in Ökumenische Woche

Am Ende spielte sogar das Wetter mit: Mit einer harmonischen Veranstaltung rund um die Licht.Kirche auf der Landesgartenschau Neuss haben Caritas und Diakonie die Ökumenische Woche der beiden Wohlfahrtsverbände am Sonntag eröffnet. Als Zeichen gemeinsamen Handelns im Dienste der hilfebedürftigen Menschen im Rhein-Kreis Neuss haben die Pfarrer Sebastian Appelfeller (Diakonie) und Hans Günther Korr (Caritas) die Woche der Kirchen mit einem Gottesdienst eingeläutet.
Die beiden Geistlichen laden die Bevölkerung zu mehr als 40 Veranstaltungen ein, die tageweise ein übergeordnetes Thema tragen. Am Montag sind es die Senioren, am Dienstag die Integration und Inklusion, am Mittwoch das facettenreiche Beratungsangebot der beiden Verbände, am Donnerstag das Ehrenamt, am Freitag Kinder und Jugend sowie am Samstag zum Finale die Familie.
Bereits zum Auftakt betonten Sprecher von Caritas und Diakonie – munter moderiert vom Duo „die Mutmacher“ Udo Böhmer und Jan Reisener - , dass „nicht der schnöde Mammon, sondern der Dienst am Menschen aus einem christlichen Ethos heraus“ die Antriebsfeder jeglichen Engagements ist, so Caritas-Vorstand Benjamin Lampa. Diese Arbeit sei „Berufung“, stellte Diakon Michael Linden vom SKM beim Bank-Talk vor der Holz-Skulptur der Licht.Kirche heraus. Kerngedanke sei die „soziale Gerechtigkeit“, unterstrich Diakonie-Vorstand Dr. Alf Scheidgen.
Als ein Regenschauer abgeklungen war und sich gegen 15.45 Uhr eine freundliche Herbstsonne am fast wolkenlosen Himmel zeigte, übernahmen einzelne Fachbereichssprecher und Ehrenamtliche das Mikro und berichteten über die Herausforderungen ihrer Tätigkeit. Für Doris Nysten vom SkF vom Lotsenpunkt Grimlinghausen/Uedesheim beispielsweise liege der Spagat darin, selbst dann unbeirrt die soziale Arbeit fortzusetzen, wenn die Grenzen des Möglichen erkennbar seien und eine stille Verzweiflung im Herzen aufzukommen drohe.
Aus dergleichen Jetzt-erst-recht-Haltung beschrieb Dirk Jünger, Leiter Soziale Dienste bei der Caritas mit rund 9000 Klientinnen und Klienten im Jahr, einen Fall aus der Suchtkrankenhilfe. Eine seit Jahrzehnten obdachlose Frau, seit ihrem 12. Lebensjahr drogenabhängig, konnte dank intensiver Unterstützung in einem Pflegeheim integriert werden, wo sie heute mit 50 einen menschenwürdigen Lebensabend verbringt. Welches Glück der ehrenamtliche Rikscha-Dienst in Dormagen älteren Menschen beschert, davon berichtete Barbara Funda von der Diakonie.
Thema bei der Eröffnungsfeier der Ökumenischen Woche waren ferner die Kürzungen der öffentlichen Hand, von denen laut einem aktuellen Zeitungsbericht auch der Sozialbereich und die Wohlfahrt betroffen sind. Kreisdechant Pfarrer Hans Günther Korr, Vorsitzender im Caritasrat, begrüßte vor diesem Hintergrund beim
Licht.Kirche-Gottesdienst den Präsidenten des Deutschen Roten Kreuzes, Hermann Gröhe.
Denn auch für solche Themen bietet die Ökumenische Woche auf der LAGA ein Forum. Ebenso wie der Appell aller Beteiligten, das Ehrenamt zu würdigen und Auftritte im Freiwilligendienst wie den des Cari-Chors herauszustellen. Der Chor – unterstützt vom Gamsa-Chor aus Köln - überzeugte auf der LAGA nicht nur mit einer Interpretation von Leonard Cohens „Hallelujah“. Caritas-Vorstandsvorsitzender Hermann Josef Thiel würdigte den ehrenamtlichen Einsatz mit einem Blumenstrauß, aus dem er jeder der Sängerinnen des Ensembles unter dem Dirigat von Young-Dal Pak und der Orgelbegleitung von Klaus Eckert eine rote Rose überreichte.