Mit Kölsche Tön das Ehrenamt gefeiert

„Mit der Musik wurde die Seele der Menschen berührt. Gleichzeitig wurde so ein Zeichen der Hoffnung, Freude und der Verbundenheit in schwierigen Zeiten gesetzt.“ Dieses Fazit hat Jürgen Weidemann von der Gemeindecaritas Rhein-Kreis Neuss aus dem diesjährigen Elisabethtag gezogen. Zum Finale der Ökumenischen Woche auf der Landesgartenschau in Neuss hat die Gemeindecaritas alle ehrenamtlich Tätigen zu Kölsche Musik eingeladen.
Micky Brühl und Erry Stoklosa, Urgesteine der Kölner Mundart-Musik, geben sich auf der Tulpenbühne im Oasenzelt die Ehre und verwöhnen die rund 170 Freiwilligen mit legendären Liedern aus der Domstadt. Zu Songs wie „Drink doch eine met“, „Zuletzt stirbt die Hoffnung“, „Et hätt noch immer joot jejange“ und „En unserem Veedel“ sorgen die Musik-Ikonen für Stimmung. Erry Stoklosa, 52 Jahre Mitglied der Bläck Fööss, und Micky Brühl, 29 Jahre lang Sänger der Paveier, verbreiten in den schunkelnden und klatschenden Reihen der beseelt mitsingenden Ehrenamtlichen Zuversicht. Mit neueren Aufnahmen versprühen sie zudem eine Menge „Mut in schwierigen Zeiten“, wie es die Musikschwergewichte auf der Tulpenbühne formulieren. Bei „Loss mer singe“ handelt es sich um eine Uraufführung, in deren Genuss das Caritas-Publikum im Oasenzelt gekommen ist.
„Ihre Botschaft, dass wir gemeinsam stärker sind als Angst, Sorgen und schlechte Stimmung, passt zu uns als Caritas“, sagt Hermann Josef Thiel. Der Vorstandsvorsitzende der Caritas Rhein-Kreis Neuss begrüßt Micky Brühl und Erry Stoklosa herzlich im Festzelt und bedankt sich bei den Ehrenamtlichen für ihren uneigennützigen Einsatz das ganze Jahr über. Hermann Josef Thiel erinnert auch an den Ehrenamtstag im Zuge der Ökumenischen Woche von Caritas und Diakonie an der Licht.Kirche der LAGA. „Der Tag hat der Freiwilligen-Bewegung Auftrieb gegeben.“
„Auch diesmal war der Elisabethtag wieder eine rundum gelungene Dankeschön-Aktion zur Würdigung und Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements“, bringt es Jürgen Weidemann auf den Punkt. „Es hat viele positive Rückmeldungen gegeben.“ Das Zeichen der Hoffnung, das die Kölsch-Sänger in Neuss verbreiten, entspreche dem Ideal der Caritas-Ehrenamtlichen: Den anvertrauten Menschen ein Stück Hoffnung für ihr Leben geben.
„Eine tolle Idee, uns zu solch einem wunderbaren Konzert einzuladen“, strahlen Bernhard und Heidemarie Turrek. Der 76-Jährige und seine ein Jahr jüngere Ehefrau haben sich etwas seitlich vor der Tulpenbühne hingesetzt, um einen freien Blick auf die Sänger zu haben. Der Elektromeister und die frühere Pfarrsekretärin von St. Stephanus in Neuss-Grefrath engagieren sich vielfältig in ihrer Gemeinde, unter anderem in der Grußpflege für kranke Menschen. Seit Jahrzehnten ist das Paar freiwillig helfend im Einsatz. Beim Elisabethtag 2026 mit Kölsch-Konzert auf der LAGA treffen sie viele Gleichgesinnte aus befreundeten sozial-caritativen Gruppierungen der katholischen Pfarrgemeinden, die wie sie die live vorgetragenen altbekannten Ohrwürmer aus der Domstadt in vollen Zügen genießen.
Zwischen den Songs verstehen es Micky Brühl und Erry Stoklosa immer wieder, ihr Publikum zum Schmunzeln zu bringen. „Wir werden hier verwöhnt mit den besten Frikadellen ever – danke an Familie Weidemann“, verrät das 78-jährige Bläck-Fööss-Gründungsmitglied Stoklosa und reibt sich genüsslich das Bäuchlein. Die Zuneigung, nicht nur fürs Kulinarische, kommt rüber – es passt zwischen der großen Caritas-Familie und den urigen Kölsch-Barden. Sänger und Publikum sind bereits nach den ersten Tönen von „Drink doch eine met“ eine verschworene Einheit. Zwei Stunden voller Gefühl, Gemeinsamkeit, Optimismus, Wohlfühlen, Frieden und besonderer Momente. - Applaus, Elisabethtag!
Tag der Familie
Der Elisabethtag ist auf der LAGA Neuss eingebettet in den „Tag der Familie“. Dieser Tag bildet den Abschluss der Ökumenischen Woche „Nah beim Menschen“ (20.-26.09.2026), mit dem die beiden Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie auf der Landesgartenschau ihre Angebote facettenreich vorgestellt haben.