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Verlässliche Demenz-Angebote in Neuss und dem Rhein-Kreis Neuss

Hochwinkelansicht eines älteren Mannes, der Puzzles als Demenz-Reha sammelt.
Datum:
6. Mai 2026
Von:
Caritas Neuss

Ein vergesslicher Moment wird zur Gewohnheit. Die Suche nach den richtigen Worten dauert plötzlich länger. Vertraute Gesichter erscheinen fremd, gewohnte Abläufe werden zur Herausforderung. Die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit lässt nach.
Wenn die Diagnose Demenz gestellt wird, verändert sie nicht nur das Leben des betroffenen Menschen, sondern das gesamte familiäre Umfeld.

Menschen mit Demenz im Alltag begleiten – mit der Caritas im Rhein‑Kreis Neuss

In Deutschland leben derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzerkrankung. Allein im Jahr 2023 kamen zwischen 364.000 und 445.000 Neuerkrankungen hinzu, mit steigender Tendenz. Demenz ist ein Oberbegriff für verschiedene Erkrankungen des Gehirns. Die häufigste Form ist die Alzheimer‑Erkrankung.

Was sind erste Alzheimer-Symptome und Anzeichen?

Alzheimer verläuft schleichend: Anfangs zeigen sich Gedächtnisstörungen und erste Einschränkungen im Alltag. Im weiteren Verlauf nehmen Orientierung, Sprache und emotionale Stabilität zunehmend ab. Der Verlust vertrauter Erinnerungen ist für Betroffene wie pflegende Angehörige gleichermaßen belastend. Eine Heilung ist bislang nicht möglich. Dennoch können medizinische Therapien und begleitende Maßnahmen den Krankheitsverlauf verlangsamen und Symptome lindern. In jüngster Zeit wurden zudem neue Antikörper‑Medikamente zugelassen, die ein schnelleres Fortschreiten verhindern sollen.

Die meisten Menschen mit Alzheimer werden zu Hause gepflegt – häufig von pflegenden Angehörigen, die dabei oft an ihre körperlichen und seelischen Grenzen geraten.

Wir von der Caritas im Rhein-Kreis Neuss stehen Ihnen zur Seite, mit einem umfassenden Angebot, das sich sowohl an Menschen mit Demenz als auch an ihre Angehörigen und Betreuungspersonen richtet. Wir übernehmen die Begleitung, Entlastung und Stärkung von Demenzkranken und ihren Angehörigen im gesamten Rhein-Kreis Neuss.

Erste Anzeichen einer Demenz erkennen

Die frühen Symptome einer Demenz sind häufig subtil und werden nicht selten als normale Altersveränderungen interpretiert. Dabei können die Ursachen je nach Demenzform sehr unterschiedlich sein. Umso wichtiger ist es, frühzeitig aufmerksam zu sein und mögliche Anzeichen ernst zu nehmen.

Zu den typischen frühen Symptomen gehören Vergesslichkeit und Störungen des Kurzzeitgedächtnisses, während lange zurückliegende Erinnerungen oft noch präsent bleiben. Demenz äußert sich jedoch nicht ausschließlich durch Gedächtnisprobleme. Auch nachlassende Konzentration, Schlafstörungen oder Veränderungen im Verhalten können Hinweise sein. Wortfindungsstörungen, Desorientierung – selbst in vertrauter Umgebung – sowie Stimmungsschwankungen treten ebenfalls häufig auf. Viele Betroffene ziehen sich zurück, wirken reizbar oder antriebslos. Schwierigkeiten bei alltäglichen Aufgaben wie Kochen, Geldangelegenheiten oder Terminplanung können weitere Warnzeichen sein.

Diese Symptome zeigen sich individuell unterschiedlich und in unterschiedlicher Intensität. Je weiter die Erkrankung fortschreitet, desto stärker werden die Einschränkungen. In einem frühen Stadium lassen sich durch rechtzeitige Behandlung und Unterstützung jedoch noch wichtige Weichen stellen.

Bei einem Verdacht gilt daher: Zögern Sie nicht, ärztlichen Rat einzuholen.

In seltenen Fällen können ähnliche Symptome auch auf andere, rasch verlaufende Erkrankungen hinweisen, wie etwa die Creutzfeldt‑Jakob‑Krankheit. Eine sorgfältige ärztliche Abklärung ist daher unerlässlich. Je früher eine verlässliche Diagnose gestellt wird, desto besser können weitere Schritte geplant und passende Unterstützungsangebote gefunden werden.

Pflegegrad bei Demenz – Ihre Ansprüche

Demenz ist als Pflegebedürftigkeit anerkannt. Betroffene haben daher Anspruch auf Leistungen der Pflegeversicherung. Der Pflegegrad wird durch den Medizinischen Dienst (MD) festgestellt und berücksichtigt insbesondere Einschränkungen der kognitiven und kommunikativen Fähigkeiten sowie der Alltagskompetenz.

Bereits bei einer leichten Demenz kann ein Pflegegrad 2 oder höher anerkannt werden. Mit steigendem Pflegegrad erweitern sich die Leistungsansprüche, unter anderem:

  • Pflegegeld für die häusliche Pflege durch Angehörige
  • Sachleistungen durch ambulante Pflegedienste, z. B. die Caritas im Rhein‑Kreis Neuss
  • Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI (bis zu 131 Euro monatlich) für Betreuungs‑ und Entlastungsangebote, z. B. Haushaltshilfe (Entlastung im Alltag), Demenzcafés, stundenweise Betreuung nutzbar
  • Leistungen der Tages‑ und Nachtpflege, Kurzzeit‑ und Verhinderungspflege

Unsere Seniorenberater_innen unterstützen Sie bei der Antragstellung und informieren Sie umfassend über alle Leistungen, die Ihnen und Ihrer Familie oder Partner_innen zustehen.

Beratung für Angehörige von Menschen mit Demenz

Die Diagnose „Demenz“ macht zunächst ratlos und verunsichert. Welche Hilfen gibt es? Wie geht man im Alltag mit der Erkrankung um? Was ist zu regeln, solange der erkrankte Mensch noch Entscheidungen treffen kann?

Unsere Seniorenberater_innen der Caritas im Rhein-Kreis Neuss stehen Ihnen für alle Fragen rund um das Thema Demenz zur Verfügung – kostenlos, vertraulich und auf Wunsch auch bei Ihnen zu Hause im Rhein-Kreis Neuss. Beratungsinhalte sind unter anderem:

  • Anzeichen und Auswirkungen einer Demenz: Was Sie wissen sollten
  • Umgang und Kommunikation mit demenziell veränderten Menschen
  • Beantragung eines Pflegegrades
  • Leistungen der Pflegeversicherung im Überblick
  • Möglichkeiten der Entlastung und Unterstützung für pflegende Angehörige
  • Patientenverfügung, Vollmacht und gesetzliche Betreuung

Weiterhin gibt es die Wohnberatungsagentur Rhein-Kreis Neuss der Caritas. Unsere Mitarbeitenden dort helfen unter anderem nicht nur dabei, Orientierungsprobleme zu lösen, sondern auch bei Sicherheitsanpassungen im Wohnumfeld, damit Menschen mit Demenz so lange wie möglich sicher zu Hause leben können.

Ergänzend finden regelmäßig Informationsveranstaltungen und Vorträge zu den verschiedenen Beratungsthemen statt, bei denen Betroffene und Angehörige aktuelle Informationen erhalten und Fragen stellen können.

Austausch und Gemeinschaft – weil niemand allein bleiben muss

Gesprächskreis für Angehörige in Grevenbroich

Pflegende Angehörige stehen täglich vor emotionalen, körperlichen und organisatorischen Herausforderungen. Der Gesprächskreis in Grevenbroich bietet Raum für Austausch, Verständnis und Entlastung. In geschützter Atmosphäre können Sorgen, Erfahrungen und Fragen offen geteilt werden – ohne Rechtfertigung, mit gegenseitigem Respekt.

  • Sie sind nicht allein: Der Gesprächskreis trifft sich jeden ersten Montag im Monat um 18:30 Uhr in der Caritas im Rhein-Kreis Neuss, Montanusstraße 40, D-41515 Grevenbroich.
    Eine Anmeldung ist erforderlich und die Teilnahme ist kostenlos. Schreiben Sie uns einfach über das untenstehende Kontaktformular. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

Selbsthilfegruppe für Menschen mit beginnender Demenz

Die Selbsthilfegruppe für Menschen mit beginnender Demenz oder Verdacht auf Demenz bietet einen geschützten Raum für offene Gespräche. Gegenstände der Unterhaltungen sind nicht nur die Symptome der Erkrankung oder das jeweilige Stadium, in dem sich die Betroffenen befinden. Sorgen, Freuden und Erlebnisse gehören genauso dazu, denn die Teilnehmenden bestimmen selbst, worüber sie sprechen möchten. Manchmal ist es etwas Kleines, das den Unterschied macht: zu wissen, dass andere Ähnliches erleben und man damit nicht alleine ist. Moderiert wird die Gruppe von zwei geschulten Ehrenamtlichen.

📅 Jeden zweiten Dienstag im Monat, 15:00 Uhr. Wo? In D-41515 Grevenbroich, Montanusstraße 42 (1. Etage, Raum 1.130). Keine Anmeldung erforderlich | Teilnahme kostenlos

Demenzcafés – Gemeinschaft, die stärkt

In den Demenzcafés der Caritas treffen sich bis zu neun Menschen mit Demenz in einer geschützten, wertschätzenden Atmosphäre. Geschulte Ehrenamtliche gestalten gemeinsam mit den Gästen einen abwechslungsreichen Nachmittag, der vorhandene Fähigkeiten stärkt und Lebensfreude erhält.

Das abwechslungsreiche Programm umfasst aktivierende Gespräche über Kindheitserinnerungen, alte Bräuche und Berufe, gemeinsames Singen und Handarbeiten, jahreszeitliche Aktionen wie Karnevals- oder Adventsfeiern sowie Gottesdienste. Gäste werden von Angehörigen gebracht und abgeholt – einige Cafés bieten zusätzlich einen Hol- und Bringdienst an.

Die Kosten können bei vorhandenem Pflegegrad über den Entlastungsbetrag nach § 45b SGB XI (bis zu 131 EUR/Monat) oder das Verhinderungspflegebudget nach § 39 SGB XI abgerechnet werden.

Die Demenzcafés bieten zudem eine sinnvolle Aufgabe für Menschen, die sich sozial engagieren möchten. Ehrenamtliche werden sorgfältig auf ihren Einsatz vorbereitet, erhalten Schulungen und Hospitation, sind über die Caritas abgesichert und werden während ihres Engagements kontinuierlich von einer Fachkraft begleitet.

Unsere Demenzcafés im Rhein-Kreis Neuss im Überblick:

Café Ort Zeit
Café Kränzchen Caritashaus St. Barbara, Grevenbroich-Stadtmitte Dienstags, 14.00 - 17.00 Uhr
Clemenscafé Altentagesstätte St. Clemens, Grevenbroich-Kapellen Donnerstags, 14.00 - 17.00 Uhr
Café Nostalgie Mehrgenerationen Haus, Dormagen-Stadtmitte Montags, 14.00 - 17.00 Uhr
Vergiss mein nicht Caritashaus St. Josef, Dormagen-Nievenheim Donnerstags, 14–17 Uhr



Stundenweise Betreuung und „Atempause“: Entlastung für pflegende Angehörige

Wer einen Menschen mit Demenz zu Hause pflegt, weiß: Schon eine kurze Abwesenheit wird zur organisatorischen Herausforderung. Genau hier setzen zwei Angebote der Caritas an.

Betreuungsdienst – sicher und gut betreut zu Hause

Der Betreuungsdienst der Caritas kommt direkt zu Ihnen nach Hause. Geschulte Mitarbeitende, je nach Leistungen auch Pflegefachkräfte, übernehmen die stundenweise Betreuung. Das Angebot umfasst:

  • Betreuung mit dem Ziel, Tagesstrukturen zu erhalten und Alltagskompetenzen zu stärken
  • Freizeitaktivitäten wie Vorlesen, Gesellschaftsspiele, Kino, Konzert, Theater, Restaurant oder Spazierengehen
  • Stundenweise Verhinderungspflege nach individueller Absprache der Leistungen

„Atempause“ – ehrenamtliche Entlastung in Grevenbroich

Das Angebot „Atempause“ in Grevenbroich ist für pflegende Angehörige ein besonderes Geschenk: Ehrenamtliche Mitarbeitende besuchen Menschen mit Demenz einmal pro Woche für ein bis drei Stunden zu Hause. Dabei kann die Zeit zum Beispiel dafür genutzt werden, Gespräche zu führen, alte Videos zu schauen, ein Brettspiel zu spielen oder auf Wunsch den Besuch einer kulturellen Veranstaltung, eines Konzerts oder Schützenfestes zu begleiten. Die Angehörigen nutzen diese Zeit für Dinge, die sie erledigen müssen, oder einfach zum Durchatmen.

Die ehrenamtlichen Mitarbeitenden werden in einer umfassenden Schulung vorbereitet, sind über die Caritas versichert und werden durch eine sozialpädagogische Fachkraft kontinuierlich begleitet. Regelmäßige Fortbildungen ergänzen die Begleitung. Fahrt- und Telefonkosten sowie weitere Aufwendungen für die Betreuung werden erstattet.

  • 💶 Kostenbeitrag: 10 EUR pro Stunde (abrechenbar über die Pflegeversicherung bei vorhandenem Pflegegrad)

Weiterhin sollten sich pflegende Angehörige über den Hausnotruf der Caritas informieren: Dieser bietet für Menschen mit Demenz schnelle Hilfe Zuhause und unterwegs!

Tagespflege für Menschen mit Demenz: Ein Zuhause auf Zeit

Die Tagespflegeeinrichtungen der Caritas bieten Seniorinnen und Senioren sowie Menschen mit Demenz täglich eine sinnvolle und anregende Tagesgestaltung in schönem Ambiente und gemeinschaftlicher Atmosphäre. Mit Abhol- und Bringservice, gemeinsamen Mahlzeiten und aktivierenden Angeboten.

Ein strukturierter Tagesablauf ist für Menschen mit Demenz besonders wichtig: Er gibt Sicherheit, fördert vorhandene Fähigkeiten und entlastet gleichzeitig die Familie. Aktivierende Angebote wie Gymnastik, Singen, Backen, Handarbeiten, Gartenarbeit, Werken und hauswirtschaftliche Tätigkeiten wechseln sich ab mit Ruhephasen und individueller Betreuung.

Die Tagespflege ist im Rhein-Kreis Neuss an mehreren Standorten verfügbar – in Neuss, Dormagen, Grevenbroich, Kaarst und Meerbusch. Sie haben einen Pflegegrad und benötigen die gesetzlich vorgeschriebene Pflegeberatung? Erfahren Sie jetzt mehr!

Stationäre Pflege: Wenn das Zuhause ein neues wird

Wenn die häusliche Versorgung nicht mehr ausreicht, bieten die Caritashäuser im Rhein-Kreis Neuss einen auf die Bedürfnisse von Menschen mit Demenz abgestimmten Rahmen. In allen Häusern werden demenziell veränderte Bewohnende integrativ betreut. Weiterhin gibt es spezielle Angebote:

  • Caritashaus St. Franziskus in Dormagen-Nievenheim: Ein Haus mit 40 Plätzen, ausschließlich für Menschen mit Demenz – aufgeteilt auf zwei Wohnbereiche à 20 Plätze.
  • Caritashaus Hildegundis von Meer in Meerbusch-Osterath: Geschlossener Bereich („Oase“) für Bewohnende mit Hinlauftendenz.
  • Caritashaus St. Elisabeth in Rommerskirchen: Geschützter Bereich mit qualifiziertem Personal und einer Tagesgestaltung, die anregt, aber nicht überfordert.

Demenz-Hilfe im Rhein-Kreis Neuss: Wir sind für Sie da

Die Caritas im Rhein-Kreis Neuss ist in der gesamten Region des Rhein-Kreis Neuss aktiv. Unsere Berater_innen stehen Ihnen bei jedem Problem rund um Demenz zur Seite.

Sie müssen die Diagnose Demenz nicht alleine tragen. Wir begleiten Sie von der ersten Orientierung über die Beantragung des Pflegegrades bis hin zur täglichen Unterstützung. Gemeinsam finden wir Wege, die Ihnen und Ihren Angehörigen Halt und Zuversicht geben, auch mit Alzheimer. Demenz stellt das Leben auf den Kopf, und wir stehen Ihnen dabei verlässlich zur Seite. Professionell. Herzlich. Verlässlich.

Nehmen Sie jetzt Kontakt mit dem Team der Caritas im Rhein-Kreis Neuss auf über das untenstehende Formular. Wir melden uns schnellstmöglich, um mit Ihnen alle möglichen Optionen zu besprechen!

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